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Welcher Absperrpfosten ist der richtige?

Tipps für die Beschaffung von Absperrpfosten

Das Angebot von Pfosten- und Poller-Produkten ist riesig. Genauso gross sind auch die Unterschiede in Design, der Ausführung und in der Qualität. Zwar gibt es mittlerweile Empfehlungen und Normen für die Herstellung von Pfosten und Pollern. Doch diese beschreiben nicht im Detail, wie Absperrpfosten und Poller als ganzes «Absperrsystem» gestaltet respektive geplant und ausgeführt werden sollen. Wir haben für Sie die wichtigsten Punkte zusammengestellt, die Sie bei der Auswahl von Absperrsystemen unbedingt beachten sollten.

9 Profi-Tipps, die Sie kennen sollten

Am Anfang jedes Evaluationsprozesses steht die Frage, welche Anforderungen mit dem Absperrsystem erfüllt werden sollen. Braucht es fest montierte Pfosten bzw. Poller oder sollen diese demontierbar oder sogar versenkbar sein? Ist man sich darüber im Klaren, folgen die nächsten Schritte:

  • Benötigte Montageart der Poller im Voraus definieren
    mit Bodenhülse zum Herausnehmen oder zum Einbetonieren
    für Sockelmontage mit Fussplatte oder als Sonderausführung, da Einbautiefe gering
  • Poller-Design, Material-/ Farbwahl und Oberflächenbehandlung 
    auf den geplanten Einbauort und Umgebung abstimmen
  • Durchmesser
    im urbanen Umfeld im Idealfall 10 cm , bei einer Höhe von 100 cm 
  • Sichtbarkeit
    Poller mit reflektierenden Folien oder mit Ausleuchtung ausrüsten
  • Montage / Bodenhülsen
    Poller-Bodenhülsen sollten bodeneben und möglichst oben abgeschlossen sein, ohne herausragende Teile oder Deckel
  • Drainage-Schicht
    unter der Bodenhülse vorsehen (D=20 cm x mind. 15 cm) 
  • Wiederherstellungskosten / Kollisionsfall
    Poller mit Sollbruchstelle und Sicherungsseil oder flexible Poller bevorzugen, um Folgekosten zu minimieren
  • Feuerwehrdurchfahrten 
    bevorzugte Schliessung mit der zuständigen Feuerwache  klären
  • Korrosionsfestigkeit 
    feuerverzinkte oder Edelstahl-Ausführung bei Standardpollern bevorzugen

Pfosten vs Poller

In der Fachliteratur und auch in Produktebroschüren wird  der Begriff Pfosten, Absperrpfosten und Poller oft gemischt verwendet, ohne klare Unterscheidung. Im Strassenverkehr bezeichnet man kleine Pfeiler oder ähnlich gestaltete Elemente aus Metall, Beton, Holz oder Plastik als Poller oder Pfosten.  Fachfirmen und Produzenten sprechen dann von Pollern, wenn der Durchmesser der Pfosten grösser als 10 cm ist oder wenn diese manuell oder automatisch versenkbar sind. 

Anwendungsbereiche

Abperrpfosten oder Poller kommen zu Anwendung, wenn das Befahren oder Beparken von öffentlichen Bereichen wie Gehwege, Radwege oder Fussgängerzonen mit Fahrzeugen verhindert werden soll. Weiter dienen sie dazu, Fahrbahnen von Nebenverkehrsflächen physisch zu trennen und die Verkehrsteilnehmer zu leiten. Zudem können Pfosten angeordnet werden, um die Erkennbarkeit und Akzeptanz von baulichen Anlagen (z.B. Fussgängerschutzinsel, seitliche Einengung) zu erhöhen. Absperrpfosten werden auch in öffentlichen Gebäuden eingesetzt, als Sicherung von Treppenabgängen und Fahrtreppen, etc.

Rechtliche Aspekte

Pfosten oder Poller sind als Verkehrshindernisse zu betrachten und dürfen nicht ohne zwingende Gründe eingesetzt respektive ausgeführt werden (SVG Art. 4). Bei der Ausgestaltung der Pfosten und Poller müssen die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes erfüllt sein.

Empfehlungen

Pfosten sollen nur innerorts für Verkehrsgeschwindigkeiten von maximal 60 km/h neu ausgeführt werden. Die Pfosten sollen nachts gut sichtbar – mit retroreflektierenden Folien oder Beleuchtung ausgerüstet sein. Die Elemente sollen keine scharfen Kanten und vorstehenden Teile aufweisen. Pfosten sollen deutlich und rechtzeitig erkennbar sein. Bei der Anordnung von mehreren Elementen als Sperre, soll das Ausweichen oder Umfahren verhindert werden. Pfosten auf Fussgängerschutzinseln, die auf Ausnahmetransportrouten liegen, sollen immer demontierbar sein. Werden Poller mit Traversen als Abschrankung verbunden, so ist die unterste Traverse mit maximal 0.3 m Höhe ab Boden auszuführen. Durch flexible oder Pfosten mit Sollbruchstelle kann die Verkehrssicherheit bei einem Anprall mit Motor- oder Fahrrädern erhöht werden. Vor der Inbetriebnahme von Pfosten als Sperre sollen Verkehrsteilnehmende, Geschäftsinhaber, Anwohnerschaft usw. vorzeitig informiert werden.

Abmessungen

Pfosten sollen innerorts 30 cm vom Fahrbahnrand und ausserorts 50 cm zurückversetzt angeordnet werden. Niedrige Pfosten bis 100 cm sollen die Mindestabmessungen (gemäss Norm SN 640 075 Seite 23) erfüllen und im obersten Viertel mit mindestens einem kontrastreichen, horizontalen Streifen von 10 cm Breite markiert werden. Pfosten sollen im Idealfall einen Durchmesser von mindestens 10 cm aufweisen.

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Quellen
Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) vom 13. Dezember 2002. SR 151.3.
Signalisationsverordnung (SSV) vom 5. September 1979. SR 741.21.
Strassenverkehrsgesetz (SVG) vom 19. Dezember 1958. SR 741.01.
Schweizerischer Verband der Strassen- und Verkehrsfachleute VSS, Zürich:
SN 640 075; 2014. Fussgängerverkehr; Hindernisfreier Verkehrsraum, inkl. normativer Anhang.
SN 640 213; 2000. Entwurf des Strassenraumes; Verkehrsberuhigungselemente.
SN 640 238; 2007. Fussgänger- und leichter Zweiradverkehr; Rampen, Treppen und Treppenwege.
SN 640 560; 2012. Passive Sicherheit im Strassenraum; Grundnorm.
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung. Posten. Bern: 2016. bfu-Grundlagen; Empfehlung Verkehrstechnik. SA.003-2016.
bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung. Versenkbare Poller. Bern: 2016. bfu-Grundlagen Empfehlung Verkehrstechnik. BM.023-2016.

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